7 Uhr. Der Jetlag ist langsam überwunden. Obwohl wir vom Park Ranger vor leichtem Schneefall in der Nacht gewarnt worden sind, hat uns nichts auf den kleinen Blizzard vorbereitet, der über uns hinwegstürmt. Während wir eingemummelt in unserer Koje liegen (Das vernünftige Bett haben wir wegen Wasserschadens vorübergehend gegen den Alkoven getauscht) sehen wir dabei zu, wie eine Herde Wapitikühe keine zehn Meter von uns entfernt an den Büschen knabbern und später, als sich die Tiere wieder verzogen haben, wie in der Site uns gegenüber die Zelte unter dem Schnee zusammenbrechen. Uns überkommt die leichte Sorge, dass wir über Nacht womöglich eingeschneit werden und für die nächsten ein oder zwei Tage im Great Sand Dunes NP feststecken.
Am nächsten Morgen ist zwar alles mit einer dicken Eiskruste überzogen (Die armen Kerle in den Zelten glücklicherweise nicht), man ist aber bereits schwer bemüht die Straßen im Nationalpark zu räumen. Während wir uns abfahrtbereit machen klopft es an unsere Tür. Ein Ranger mit einem Klemmbrett fragt nach dem Rechten und gibt uns ein paar kurze Infos zur Verkehrslage auf den Straßen. Glücklicherweise wollen wir nach Westen und haben damit freie Fahrt. Ursprünglich wollten wir vor der Weiterfahrt noch die Dünen erklimmen, das haben wir aber wegen des Schnees verworfen.
Heute geht es zum Mesa Verde NP mit Zwischenstopp in der Kleinstadt Durango. Die gesamte Fahrt über schneit und regnet es im Wechsel. Nach gut der Hälfte unserer Fahrt vertreten wir uns ein wenig die Beine und machen einen kleinen 800-m-Spaziergang zu den Treasure Falls. Wie durch ein Wunder klart der Himmel kurz auf und wir können die Wärme der Sonne spüren.
In Durango brauchen wir ein paar Anläufe, bis wir einen Stellplatz für das Wohnmobil gefunden haben. Anschließend sichern wir uns im Welcome Center Tickets für den morgigen Besuch der Indianer-Stätte Mesa Verde. Leider ist die von Kevin gewünschte Tour erst ab Mitte des Monats geöffnet. Nachdem ich im Prospekt die Wegbeschreibung gelesen habe, bin ich froh dafür.
Anschließend besuchen wir das kleine Eisenbahnmuseum, welches trotz oder gerade wegen des kostenlosen Eintritts eher an einen großen Sammler-Flohmarkt erinnert. Kevin lässt es sich auf dem Rückweg zum Wohnmobil nicht nehmen, in einen auf alt getrimmten Saloon einzukehren und ein Bier zu trinken. Leider werden wir vom Barkeeper und nicht von der freizügig bekleideten Dame dort bedient.
Auf dem steilen Weg hoch zum Campingplatz liegen einige mehr oder weniger frische Landabgänge auf der Straße, und Schilder raten davon ab, hier stehen zu bleiben, um Fotos davon zu machen. Oben angekommen erwartet uns – Überraschung – Schnee. Da wir uns in Durango einen wirklich guten Burger reingepfiffen haben, entfällt das Abendessen für heute.