Es lässt sich bereits um zehn Uhr kaum noch im Camper aushalten. Wir packen unsere Siebensachen und düsen zum Cathedral Wash Canyon, ein Geheimtipp, da hier touristisch noch nicht allzu viel los ist. Pünktlich zur Mittagshitze sind wir da. Julias Begeisterung hält sich stark in Grenzen, aber Kevin gibt sein bestes, sie zu überreden. Der Trail führt am Grund des Canyons etwa 2,5 km lang bis zu den Ufern des Colorado. Schatten gibt es nur hier und da mal in ein paar Kurven. Die Schlammspuren sagen uns, dass es hier erst vor kurzem (vermutlich während des Blizzards) ordentlich geregnet hat. Davon jetzt aber keine Spur. An einer besonders schattigen Kurve treffen wir auf andere Wanderer. Uns kommt sogar eine Gruppe mit Kind entgegen. Das alles ändert allerdings nichts daran, dass sich Julia kaum noch für weitere Felsformationen auf dem Weg interessiert und am liebsten wieder umkehren möchte. Schließlich zieht Kevin alleine weiter, kommt aber bereits nach etwa 20 Minuten zurück, weil der Trail dann wohl doch etwas kniffeliger wird und man einen steilen Abschnitt runter- und später wieder raufklettern muss. Wir machen uns gemeinsam auf den Rückweg. Inzwischen sind tatsächlich Regenwolken über den Tafelbergen aufgezogen, doch der Regen reicht nicht bis ins Tal.
Weiter geht die Fahrt Richtung Jacob‘s Lake, rund 50 Kilometer vom Grand Canyon entfernt. Wir fahren aus dem roten Tal raus auf 8000 Fuß Höhe und finden uns binnen weniger Minuten mitten in einem Kiefernwald wieder. Es weht ein deutlich frischeres Lüftchen und das Beste: Auf dem Campingplatz gibt es endlich wieder Strom! Alle Geräte werden schleunigst in die verfügbaren Steckdosen und USB-Anschlüsse gesteckt. Nur WLAN gibt es immer noch keins, das heißt die Blogeinträge und Fotos müssen noch eine Weile in der Pipeline bleiben.