Tag 11 – 16.05. Fußspuren

Nachdem wir gestern noch eine Pizza in unserem Minibackofen gemacht haben, fällt das Frühstück heute kleiner aus und wir beschränken uns auf Cornflakes.

Heute wollen wir zum Cape Royal, einem etwas abgelegeneren Aussichtspunkt im Grand Canyon National Park. Leider ist die Zufahrtsstraße dorthin noch wegen Sanierungsarbeiten gesperrt, also fahren wir weiter zum Point Imperial. Dort angekommen entschließen wir uns, den Imperial Trail zu laufen. Dieser liegt abseits vom üblichen Touristentrubel und wir wandern diesen Trampelpfad praktisch allein. Unterwegs stoßen wir auf eine Reihe von Fußspuren und Haufen. Wir vermuten, es handelt sich neben recht offensichtlichen Hirschspuren um die riesigen Hufabdrücke von Bisons.

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Es ist an der Zeit, unsere Wäsche zu waschen. Während die Waschmaschine läuft, nutzen wir die Zeit zum Duschen. Die besten Duschen auf unserer bisherigen Reise! Sauber, ordentlich, modern, da bezahlt man gerne ein paar Quarters.

Die Zeit bis zum vorabendlichen „Condor Program“ verbringen wir im General Store des Campingplatzes. Neben einem kleinen Kaffeeautomaten und den wichtigsten Lebensmitteln gibt es hier einfach alles zu kaufen, was das Camperherz begehrt. Mit einem extrem süßen Capucchino setzen wir uns an unsere Blogeinträge und laden sie mit erwartungsgemäß schlechtem WLAN hoch.

Dann geht es zum Amphitheater (ein Sitzkreis aus Bänken, den wirklich jeder Campground in einem Nationalpark hat). Dort wartet ein junger motivierter Ranger darauf, uns etwas über die vom Aussterben bedrohten Kondore zu erklären. Durch die Beschreibung der Vögel in der Luft bin ich mir fast sicher, einen auf dem Cathedral Wash Trail an den Vermillion Cliffs gesehen zu haben. Das soll bei nur rund 200 Exemplaren in freier Wildbahn ein echter Glückfall sein.

Nach dem etwa einstündigen Gespräch ist Kevin ordentlich durchgefroren. Wir beschließen, ein Feuerchen zu machen. Während Kevin also draußen versucht, die Holzscheite am Brennen zu halten, kümmere ich mich um die Sättigungsbeilagen. Obwohl es schon den ganzen Tag mehr oder weniger nach Regen aussah, entlädt sich natürlich genau jetzt alles. Kevin trotzt Regen und Sturm, durch die Gegend fegenden Kiefernnadeln und herabfallenden Kiefernzapfen. Ein benachbartes Zelt stürzt in sich zusammen, aber Kevin hält sich wacker. Als er vor Kälte zu schlottern beginnnt und wirklich dicke Tropfen das Feuer zu löschen drohen, haut er zwei dicke Stücke Rind aufs Feuer. Tatsächlich sind das die besten Steaks, die wir bisher gegessen haben. Wir ziehen uns für den Rest des Abends in den im Wind sanft schaukelnden Wohnwagen zurück und schließen die Gardinen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.