Tag 17 – 22.05. Bögen aus Stein, Bögen aus Licht

Die Nacht in freier Natur war gut und der Ausblick beim Frühstück fantastisch. Leider ziehen immer mehr Regenwolken auf, daher machen wir uns gleich weiter auf den Weg in Richtung Arches National Park. Eigentlich wollten wir im Capitol Reef noch eine kleine Wanderung zu einem Felsbogen machen, aber das Wetter ist mies und Bögen werden wir heute wohl noch genug zu sehen bekommen. Bis zum Arches NP sind es gut und gerne 220 km durch eintönige Prärie. Da hilft nur unsere Spotify-Playlist und lautes mitsingen und -trommeln, um uns beide wach zu halten.

Bereits vom Highway aus erblicken wir eine zweispurige Blechlawine vor den Kassenhäuschen; offenbar erfreut sich der Nationalpark auch bei Schauerwetter und 15 °C größter Beliebtheit. Es geht glücklicherweise zügig voran, sodass wir kurz nach Mittag den obligatorischen Besuch im Visitor Center antreten können. Ein Blick auf den Wetterbericht lässt Hoffnung aufkeimen: Samstag und Sonntag sind 25 °C gemeldet, die nächsten Tage bleiben aber durchwachsen und kühl.

Da wir wenig Freude daran haben, bei einer Drei-Stunden-Wanderung in einen Schauer zu geraten, wollen wir uns erstmal die Highlights vornehmen, die quasi vom Parkplatz aus erreichbar sind. Auf der Fahrt durch den Park merken wir wieder einmal, dass der (teure) Besuch des Monument Valley vollkommen unnötig gewesen ist. Überall sind rote Felsendome in verschiedenen Stadien des Zerfalls zu sehen. Unser erstes Ziel ist der „Balanced Rock“, ein großen Stein auf einer ziemlich schmalen steinernen Säule, der den Eindruck erweckt, als könnte er jeden Moment von da oben runterfallen und ein Dutzend Touristen erschlagen. Verdient hätten es so manche, denn kaum jemand von den Tagestouristen in Turnschuhen hält sich an die Anweisung, sich bitte nur auf den angelegten Pfaden zu bewegen, um die spärlich wachsende Flora in dieser Wüste nicht platt zu trampeln.

Danach sind die ebenfalls sehr einfach erreichbaren „Windows“ dran, eine Reihe von steinernen Bögen, durch die man wie durch Fenster in die Landschaft blicken kann. Leider ist der Andrang hier so groß, dass es mit dem WoMo unmöglich ist, einen Stellplatz zu bekommen. Weitere Möglichkeiten bieten sich uns so nicht, also fahren wir fürs Erste raus aus dem vollen Nationalpark und in die nächste Stadt, Moab. Hier gibt es einen City Market, um unsere Vorräte aufzufüllen und einen köstlichen Frappuccino bei Starbucks zu trinken. Wir ergattern sogar noch einen Stellplatz in einem der vielen privat geführten Campingplätze, denn der Platz im NP ist winzig und gefühlt ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss und ein wenig Internet-Gesurfe (endlich vernünftiges WLAN!) geht es am späten Nachmittag zurück in den Nationalpark. Wir wollen unser Glück noch einmal bei den Windows versuchen, in der Hoffnung, die meisten Tagestouristen sind dann schon abgeschwirrt. Laut Wetterbericht soll auch die Sonne nochmal kurz raus kommen. Und tatsächlich, als wir unser nun spärlich besuchtes Ziel erreichen, zeigt sich die Sonne zwischen ein paar dicken Wolken in Bestform, es gibt sogar einen Regenbogen. Wir machen eine kleine Wanderung um die Felsenformation herum und reichlich wunderschöne Bilder. Danach sind wir beide doch ziemlich platt, obwohl die Wanderung gar nicht so anstrengend war. Aber wofür hat man schon einen Camper mit allen Vorräten dabei, wenn man nicht auch mal an Ort und Stelle kocht?

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