Tag 18 – 23.05. Auch auf der Himmelsinsel regnet es

Der morgen beginnt mal wieder mit heftigen Regenschauern. Man soll ja echt nicht meinen, dass wir eigentlich in der Wüste sind. Der Wetterbericht stimmt aber zuversichtlich: ab Mittag soll es trocken bleiben. Heute lasse ich Julia mal etwas länger Schlafen, während ich das WLAN des Campingplatzes ausgiebig beanspruche. Bis 11 Uhr müssen wir den Platz räumen und pünktlich um 11 Uhr fahren wir ab. Heute besuchen wir den Canyonlands NP, bevor es morgen nochmals bei guten Wetteraussichten zum Arches NP geht.

Im Nationalpark angekommen wie üblich ein Besuch des Visitor Centers. Der gewohnte Besuch des stillen Örtchens muss leider ausfallen, denn anstelle von Wasserklosetts, gibt es lediglich eine Reihe von Latrinen, die bereits bei geschlossener Tür bis zum Himmel stinken und so überhaupt nicht zum Verweilen einladen.

Ein kurzes Update des Wetterberichts sagt voraus, dass um drei Uhr der bleigraue Wolkenschleier über uns abziehen soll. Bis dahin fahren wir quer durch den Nationalpark bis zum Grand View Point. Wie die Parkzeitung uns schon vorgewarnt hat, ist dieser Nationalpark noch sehr ursprünglich und kommt vollkommen ohne gepflasterte Wege und Hinweisschilder aus. Steinhaufen sind die einzigen Wegweiser zur Abbruchkante, die einen beeindruckenden Blick in die Canyonlandschaft freigibt. Wer nicht aufpasst, fällt runter.

Da sich über dem Horizont ein übles Gewitter zusammenbraut, treten wir rechtzeitig den Rückzug an. Bereits auf der Hinfahrt hat nur 500 m von uns entfernt ein Blitz während eines Graupelschauers in die Felswand eingeschlagen. Gerade sitzen wir im Wohnwagen, da fängt es an zu stürmen. Wir suchen die nächste Parkmöglichkeit auf und fahren in eine Picnic Area. Dort stehen wir allerdings mit dem Heck in den Sturm und es schüttelt den Wagen ordentlich durch. Da wir ein wenig Sorge haben, dass uns der waagerecht hereinschlagende Graupel die Aufbauten vom Dach fegt, parken wir kurz um. Dann machen wir uns einen Moccha und essen Kekse, während draußen die Welt untergeht.

Eine halbe Stunde später geht die Welt immer noch unter. Wir entschließen uns, zu unserem nächsten Ziel zu fahren: der Upheavel Dome. Den Weg dorthin legen wir trocken aber ziemlich vom Wind zerrupft zurück. Der Anblick der zusammengestürzten Caldera eines ehemaligen Salzstocks ist nach allem was wir bisher gesehen haben wenig spektakulär, deshalb treten wir bald wieder den Rückmarsch zum Camper an.

Der letzte Punkt auf unserer Easy-to-Access-Tournee ist der Mesa Arch. Der ist zwar vor allem während des Sonnenaufgangs ein beliebtes Fotomotiv, dafür aber nach dem Regen nicht ganz so überlaufen. Zwischen den Wolkenlücken erhaschen wir einen kurzen Blick auf die Sonne und machen ein paar Fotos. Die meisten Besucher bemühen sich sogar darum, nicht im Bild zu stehen.

Gegen vier Uhr fahren wir zu einem BLM-Campground mit sage und schreibe sieben Sites, von denen zwei noch nicht belegt sind. Die Zufahrt ist ein Wagnis für unser Wohnmobil, da die holprige Strecke durch die Regengüsse der letzten Tage nicht unbedingt besser geworden ist. Schließlich kommen wir einigermaßen gerade zum Stehen und machen uns ans Abendessen. Auf Kevins Wunsch hin gibt es ein dickes Stück Rind in der Pfanne. Unser letztes Feuerholz ist aufgebraucht, also bleibt uns nichts anderes übrig. Während Kevin den Camper ordentlich einräuchert, kümmere ich mich um Speckböhnchen als Beilage. Irgendwann lässt es sich im Wageninneren kaum noch aushalten und wir öffnen alle Fenster und Türen. Da es irgendwann doch ziemlich angebrannt riecht, kommt bereits ein Mitcamper einen ziemlich kritischen Blick in unsere Richtung werfen. Bald ist aber auch der vier Zentimeter dicke Lappen Fleisch Medium gebraten und wir können essen. Als Nachtisch gibts Eis und Netflix.

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