7:00 Uhr. Die Nacht blieb sehr stürmisch, irgendwann hat es mal wieder geschneit, denn als wir heute morgen aufgestanden sind, waren noch einige Fetzen Weiß zu sehen. Heute steht der Zion National Park auf dem Programm; mein persönliches Highlight dieser Reise. Nach dem Frühstück beginnt auch Julias Highlight: ihre erste Fahrstunde mit dem Wohnmobil. Wir haben beide Sorge, die Fahrt nicht heile zu überstehen, aber Julia schlägt sich überraschend gut. Nach etwa 60 km beginnt kurzzeitig die Zivilisation (verbunden mit Vorfahrtsregeln und dergleichen) und wir einigen uns, mir wieder das Steuer zu überlassen. Wir legen eine kurze Pause in Kanab ein, dem letzten „größeren“ Örtchen vor dem Zion NP. Da wir die nächsten drei Nächte dort verbringen wollen, müssen wir unsere Vorräte aufstocken. Anschließend noch einen kurzes Telefonat in die Heimat, damit die Mamas beruhigt weiterschlafen können.
Die Zufahrt zum Zion ist bereits beeindruckend. Die enge Passage zwischen himmelhohen Felswänden erinnert an eine Oase in der Wüste, eingehöhlt in einen Canyon. Bevor wir uns durch einen Tunnel quetschen müssen, der so schmal ist, dass für Wohnmobile der Verkehr nur einseitig fließen kann, laufen uns ein paar Dickhornschafe vor die Kamera.
Der Nationalpark selbst ist nur bis zum Visitor Center für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Alle Touristen müssen für weitere Tripps in den Canyon auf den kostenlosen Shuttle-Bus umsteigen. Das Warten dauert nicht lange, da die Busse eine Taktung von weniger als 15 Minuten haben, und um 16 Uhr kaum noch Touristen in Richtung Berge wollen. Wir erwischen ein Gespann, das scheinbar von einem Hundertjährigen gelenkt wird. Gemächlich zuckelt der Bus den Weg entlang des malerischen Flussbetts mit Wiesen, Weiden und grasenden Hirschen hoch bis zur Endstation. An jeder Zwischenhaltestelle gibt der Fahrer ein paar nützliche Infos, zum Beispiel den, am „Weeping Rock“, also weinenden Felsen, ein paar Taschentücher einzupacken. Diesen nutzen wir und fahren gleich mal bis zur Endstation. Da das Wetter ausschließlich morgen hervorragend werden soll (20 °C und Sonne pur), merken wir uns schonmal vor, wo wir morgen überall aussteigen und wandern wollen.
Heute Abend wollen wir nochmal außer Haus essen gehen. Am frühen Abend geht es daher ebenfalls per kostenlosem Shuttle-Bus nach Springdale. Wir erblicken ein mexikanisches Restaurant, das uns auf Anhieb anspricht und genießen authentische Tostados und Enchiladas zusammen mit echten Tortilla Chips und hausgemachten Dips, dazu natürlich ein kühles Corona – nicht ohne Limettenschlitz.



